Shoppingtrip mit Happy End

Wie jedes Jahr Pfingsten, war ich dieses Jahr auch wieder in Holland. Samstags ist unser traditioneller Shoppingtag, doch dieses Mal habe ich mich nicht so darauf gefreut wie sonst. Ich wusste, ich kann nicht mehr so gedankenlos shoppen, wie ich es noch letztes Jahr getan hab. Zu viel habe ich mich mit Fast Fashion und den Folgen für unsere Umwelt bzw. den Produktionsbedingungen im Ausland beschäftigt, als dass ich einfach so weiter machen könnte. Es kam, wie es kommen musste. Ich fand einen tollen Blazer von Scotch & Soda, schick genug fürs Büro, cool genug für die Freizeit. Ich mag solche Teile, weil ich nicht immer Lust habe, mich nach der Arbeit umzuziehen und mich auch manchmal gerne einfach so „schicker“ anziehe. Babysabber und Breireste sind mir dann egal. Kann ja alles gewaschen werden. Nur weil ich ein Baby habe, möchte ich nicht ständig (manchmal allerdings schon:) im Gammellook rumlaufen. Zurück zum supertollen Blazer. Ein Blick aufs Schild, verrät mir, dass er in China hergestellt wurde und für mich bedeutet das, dass die Produktionsbedingungen wahrscheinlich nicht ok sind. Ich lasse den Blazer also hängen und gehe mit leeren Händen zurück zum Campingplatz. Zu Hause war ich dann aber doch neugierig und habe nachgesehen, ob Scotch and Soda auf ihrer Webseite Aussagen zur sozialen Verantwortung machen. Und siehe da, tatsächlich haben sie sich der BSCI (Business Social Compliance Initiative) angeschlossen, die sich seit Beginn der 2000er um die Einhaltung von sozialen Standards in der Wertschöpfungskette einsetzt. Eine Mitgliedschaft alleine ist keine Garantie, dass die Bedingungen tatsächlich gut sind, aber ich gehe erstmal davon aus, dass sich die Mitglieder an die Vorgaben halten. Im Zweifel für den Angeklagten. Ich muss den Fair Fashion Labels ja auch glauben, dass sie tatsächlich fair produzieren und kann mich nicht von allem persönlich überzeugen. Wenn jemand verarschen möchte, kann er es immer tun. Da ich aber keine Lust habe so negativ zu denken, freue ich mich über meine neue Erkenntnis, dass sich Scotch and Soda offensichtlich für soziale Standards in ihrer Wertschöpfungskette einsetzt. Zusätzlich geben sie Angaben, wie sie zum Thema Tierschutz stehen. Tierversuche sind tabu. Ebenso das Quälen von Tieren (z.B. durch Lebendrupf von Daunen). Es wird auf eine nachweislich gute Tierhaltung geachtet und es werden ausschließlich Nebenprodukte der Fleischindustrie verwendet. Für viele mag das nicht genug sein. Ich kann damit erstmal leben. So lange in unserer Gesellschaft Fleisch gegessen wird, gibt es Nebenprodukte, die weiterverwendet werden können. Was die Produktionsbedingungen angeht, finde ich es sehr gut, dass in China produziert wird, weil es dort Arbeitsplätze schafft. Dass dabei hoffentlich annehmbare Arbeitsbedingungen herrschen, ist natürlich besonders wichtig. Ende gut, alles gut. Ich werde mit den Blazer kaufen und habe kein schlechtes Gewissen dabei.

Wenn ihr mehr über die BSCI wissen wollt und wer dort Mitglied ist, könnt ihr das in meinem Beitrag hier nachlesen. 

2 Gedanken zu “Shoppingtrip mit Happy End

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