10 aus 50 mit Helena

Ab heute gibt es jeden Montag ein Interview mit einem/r Leser(in) von Fairnica. Viele von euch inspirieren mich mit Kommentaren und Ideen für neue Beiträge. Ich dachte mir, wieso sollte nur ich davon erfahren, wer sich worüber Gedanken macht und wieso solltet ihr euch nicht gegenseitig inspirieren?

Das sind die Spielregeln: Die Interviewpartner bekommen 50 Fragen von mir geschickt und müssen sich 10 davon herauspicken, die sie beantworten wollen. Das ist manchmal gar nicht so leicht. Wenn du auch mitmachen möchtest, melde dich gerne!

Helena (31, Lehrerin) ist die mutige Erste und ich freue mich sehr euch ihre 10 aus 50 vorstellen zu dürfen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Hast du beruflich mit Nachhaltigkeit zu tun?

Nur indirekt: Da ich Lehrerin für Gesellschaftslehre an einer Gesamtschule bin, kommen zum Beispiel auch Dinge wie „Kinderarbeit“, „Massentierhaltung“ oder der „Treibhauseffekt“ in meinem Beruf vor. Eine Reihe zu Nachhaltigkeit kam bis jetzt allerdings nicht vor. Ist aber eine gute Idee für die Zukunft!

 

Ist dein Umfeld sensibel für das Thema Nachhaltigkeit?

Das ist sehr unterschiedlich. Die meisten Menschen in meinem nahen Umfeld finden es wichtig, so wie ich. Andere wiederum finden es übertrieben und „belächeln“ z.B. meine Freude über die Nachhaltigkeit meiner neuen Toms-Schuhe (danke noch einmal für den guten Tipp Fairnica! :)). Wenn man sich jedoch ernsthaft darüber unterhält, finden es die meisten Menschen, mit denen ich darüber spreche, auch nachvollziehbar und die Realität erschreckend.

Gerade bei meiner Arbeit begegne ich jedoch täglich Menschen, die sich (verständlicher-weise) keine großen Gedanken über Nachhaltigkeit machen, weil sie selbst kaum Geld haben und oftmals auch zu bildungsfern sind, als dass das in ihrem Leben eine Rolle spielen könnte. So bitter es ist: Nachhaltigkeit ist meiner Erfahrung nach ein Thema, dass nur bei gebildeten, finanziell abgesicherten Menschen eine große Rolle spielt.

 

Wie ernährst du dich?

Ich versuche mich bewusst zu ernähren. Das heißt für mich z.B. wenig Fleisch und wenn, dann vom Neuland-Metzger. Ich muss aber einräumen, dass ich da nicht konsequent bin, denn z.B. eine leckere Currywurst ess‘ auch ich gerne…

 

Wie gehst du mit Kritik aus deinem Umfeld um?

Aus meinem wirklich nahen Umfeld erfahre ich kaum Kritik. Wenn ich bei anderen dumme Sprüche ernte, dann darauf reagiere und das Gespräch wirklich inhaltlich geführt wird, lenken diese ganz schnell ein.

 

Viele glauben, dass die Menschheit in Zukunft komplett pflanzlich isst. Was meinst du dazu?

Nein, das glaube ich nicht. Ich persönlich finde es auch okay, Fleisch zu essen, solange man sich mit der artgerechten Haltung auseinandersetzt und sich darüber im Klaren ist, was man da auf dem Teller hat.

 

Wie viel darf Fair und Eco Fashion kosten, damit du es kaufst?

Da gibt es eigentlich keine Faustregel für mich. Ich finde es nur unglaublich, wie wenig es große Marken kosten würde, fair zu produzieren und dass sie es trotzdem nicht tun. Warum?

 

Naturkosmetik – Ja oder Nein?

Ich werde das ganze jetzt testen. Das wird mein nächstes großes Projekt: Umstellung auf Naturkosmetik.

 

Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du etwas konventionell kaufst?

Mittlerweile muss ich sagen, dass es mich schon länger beschäftigt, wenn ich etwas konventionell kaufe. Allerdings gibt es einfach Situationen, in denen es nicht anders geht. Ich wurde z.B. in meinem letzten Urlaub ausgeraubt und musste deswegen einen Satz komplett neuer Klamotten kaufen. Das war finanziell und praktisch gar nicht anders möglich als auf konventionellem Weg. Und: eine wirklich schöne Jeansschlaghose, die bezahlbar ist, habe ich auf keiner meiner mir bekannten Internetseiten gefunden… Also: ich finde immer wieder Gründe, doch nicht konsequent zu sein.

 

Bist du Typ Online-Shopping oder stationärer Handel?

Gerade bezüglich Klamotten stört es mich, wie schwierig es ist, nachhaltig zu shoppen. Klar, das Internet ist voller guter Angebote und da gibt es unendlich viel schönes. Allerdings, finde ich, dass beim Internet-shoppen das „Shopping-Erlebnis“, also stöbern, anprobieren, aussuchen, fehlt. In Weimar habe ich einen tollen „nachhaltigen Laden“ entdeckt, der über 30 verschiedene Marken führt. Dort einzukaufen hat richtig Spaß gemacht.

 

Was magst oder magst du nicht an Fairnica?

Ich mag vor allem, dass viele Themen mir schon sehr gut lesbar aufbereitet geliefert werden, zur Recherche derer ich entweder keine Zeit oder kein Lust hätte. Also: Toll! Danke dafür!

 

Was ich noch sagen wollte:

Ich schaffe es selbst nicht, dauerhaft konsequent zu handeln, versuche aber, mir vieles bewusst zu machen und dabei hilft mir der Fairnica-Blog ganz gut. Was mich stört, ist, dass man sich mit diesem Thema so gezielt auseinandersetzen muss, um nachhaltig zu handeln. Wichtig wäre es, dass dieses Thema auch sinnvoll von großen Firmen (h&m, c&a, dm, Esprit, adidas, Aldi, Lidl, etc.) umgesetzt wird, sodass jeder Mensch es sich leisten kann, nachhaltig sinnvoll zu leben, auch ohne sich vorher groß damit beschäftigt zu haben, denn so viel würde es diese Firmen gar nicht kosten!

 

Da hast du absolut Recht. Vielen Dank, liebe Helena, für deine ehrlichen Antworten!

5 Gedanken zu “10 aus 50 mit Helena

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