10 aus 50 mit Tommy

Heute gibt es das erste Interview mit einem männlichen Protagonisten. Und dann auch noch mit meinem Mann 🙂 Ihr denkt, ich hätte alle Antworten voraussehen können? Weit gefehlt. Ich bin bei einigen Antworten überrascht. Auch nach 13 Jahren gibt es immer wieder Dinge, die man über seinen Partner lernen kann. Ist das nicht schön? 

Tommy ist 30 Jahre alt, Immobilienkaufmann und musikbegeisterter Familienvater und hier sind seine Fragen und Antworten:

Hast du beruflich mit Nachhaltigkeit zu tun?

Als Immobilienkaufmann komme ich sehr häufig mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung. Wie auch in vielen anderen Branchen und auch in der Gesellschaft allgemein gewinnt dieses Thema immer stärker an Bedeutung. Speziell bei der Planung von neuen Bauvorhaben führt am Thema erneuerbare Energien (richtigerweise) heutzutage kein Weg vorbei. Manchmal habe ich aber den Eindruck, das Thema wird in meiner Branche zu hoch gehangen. Beispielsweise muss Wohnungssuchenden bei der Besichtigung einer Mietwohnung per Gesetz der Energieausweis vorgelegt werden, d.h. der Ausweis muss haptisch vor Ort verfügbar sein. Tatsächlich fragen tut danach aber kaum jemand und ich persönlich habe den Eindruck, dass die Energieeffizienz (möglicherweise: noch) nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Auswahl einer Mietwohnung spielt.

Ist dein Umfeld sensibel für das Thema Nachhaltigkeit?

Ich nehme schon wahr, dass sich immer mehr Menschen in meinem Umfeld mit dem Thema auseinandersetzen. Dabei beobachte ich die unterschiedlichsten Reaktionen. Einige sind sehr interessiert und fangen auch an, sich für das Thema zu interessieren und andere belächeln es eher und schenken ihm keine besondere Beachtung. Was mich dabei stört ist, dass es eine Art „Schwarz / Weiss“ Mentalität zu geben scheint. Es wirkt manchmal so, als wäre es nicht möglich, in bestimmten Bereichen des Lebens auf Nachhaltigkeit zu achten, und in anderen nicht. Dabei glaube ich persönlich, dass sich schon etwas ändern würde, wenn jeder in einem / oder mehreren Bereichen seines Lebens auf Nachhaltigkeit achten würde.

Bist du eher Typ Make or Buy?

Ich wäre sehr gerne eher der Typ „Make“ – aber es fehlt mir in vielen Bereichen leider an handwerklichem Geschick und an Geduld. Von daher: Buy! Ich habe mir aber vorgenommen künftig genauer zu überlegen, wofür es sich lohnt auch Mal etwas mehr Geld auszugeben und dabei auch das Thema Nachhaltigkeit im Auge zu haben.

Wie viel darf Fair und Eco Fashion kosten, damit du es kaufst?

Wenn ich überlege, wie viel Geld ich in meinem bisherigen Leben teilweise für „unfair“ Fashion ausgegeben habe, sehe ich keinen Grund, warum Fair und Eco Fashion nicht in einem ähnlichen Preissegment liegen sollte wenn die Qualität stimmt. Kostet also eine Hose von „Diesel“ oder „Drykorn“ schnell Mal 140€, würde ich das auch für Fair Faishion investieren. 

Was kaufst du eher fair bzw. eco? Basics oder restliche Kleidung?

Da ich in einer eher konservativen Branche arbeite ist es so, dass ich bei meiner beruflichen Kleidung nicht auf Fair Fashion achte. Hier greife ich aus Sicherheitsgründen bisher lieber zu den bekannten „unfair Fashion“ Marken. In meiner Freizeit steige ich aber mehr und mehr auf Fair Fashion um, wobei mir die Kleidung von Stanley & Stella z.B. sehr gut gefällt.

Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du etwas konventionell kaufst?

Ich muss gestehen, so geht es mir nicht. Vielmehr versuche ich immer wieder auch Fair zu kaufen weil ich überzeugt davon bin, dass ich auch einen Beitrag leiste, ohne zu 100% umzusteigen. 

Wie ernährst du deine Kinder?

Wir achten sehr darauf, dass unsere Tochter ausschließlich Bio-Gemüse und Obst aus dem Bio-Supermarkt zu essen bekommt. Das Fleisch, das wir ihr in den Brei mixen beziehen wir vom örtlichen Bauern. Auch wenn wir doch Mal zum Gläschen greifen müssen, weil die Zeit zum selber kochen einfach nicht da ist, achten wir auf Bio Qualität und kaufen nicht irgendwas. Manchmal stoßen wir bei unseren Verwandten damit auch auf Unverständnis („Wieso? Es ist doch nur eine Fleischwurst.“) aber wir sind da bisher sehr konsequent. 

Versteckst du manchmal, dass du dir über Nachhaltigkeit Gedanken machst?

Tatsächlich mache ich mir immer öfter so meine Gedanken, wenn wir beispielsweise jemand von einem „Super Schnäppchen“ vorschwärmt, dass er wieder gemacht hat. Ganz egal ob es dabei um Kleidung, Nahrung oder sonst etwas geht. Immer häufiger sage ich mir im Kopf: „Ok. Es mag günstig gewesen sein…aber: Warum ist das so?“ Meist spreche ich diese Gedanken aber nicht laut aus weil ich keine Lust auf unnötige Diskussionen habe.

Was magst oder magst du nicht an Fairnica?

Mir gefällt, dass dieser „Ganz oder gar nicht“ Ansatz bei Fairnica nicht existent ist. Ich halte es nicht für zielführend den Menschen zu sagen: „Du musst jetzt 100% vegan essen, darfst kein Leder mehr tragen und solltest am besten auch gar kein Auto mehr fahren“ Fairnica zeigt mir, was es z.B. alles für Produkte gibt und ich entscheide für mich selbst, in welchen Bereichen ich umsteigen möchte. In einigen hat es schon geklappt und wer weiß, was es noch alles Spannendes gibt.

Hast du schon Mal verpackungsfrei eingekauft?

Leider nein. Aber das Thema finde ich sehr interessant. Dank Fairnica weiß ich auch, dass in der Nähe bald ein verpackungsfreier Supermarkt eröffnen soll. Den werde ich dann auf jeden Fall aufsuchen.

Vielen Dank, lieber Tommy, für das tolle Interview. Habt ihr Fragen an Tommy, dann schreibt sie einfach unten in die Kommentare. 

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