10 aus 50 mit Sarah

Für heute hat sich Sarah 10 Fragen ausgesucht und für uns beantwortet. Ich bin ein bisschen neidisch auf ihre Familienfeiern, so ein veganes Festessen hätte ich auch gerne 🙂

Viel Spaß beim Lesen von Sarah’s Fragen und Antworten. Sie hat sich ein paar Fragen ausgesucht, die noch nie dabei waren. Umso spannender sind ihre Antworten.  

 

Hast du beruflich mit Nachhaltigkeit zu tun?

Im Grunde nicht. Aber, ich versuche mich auch auf der Arbeit möglichst nachhaltig zu verhalten.

Beispielsweise versuche ich möglichst viele dienstliche Angelegenheiten per Mail oder Telefon zu regeln, um nicht immer alles schriftlich auf Papier drucken zu müssen.

Wasser nehme ich mir größtenteils in einer wiederverwendbaren Flasche mit; Essen koch ich mir abends vor, um mir nicht in der Mittagspause irgendwas Verpacktes kaufen zu müssen.

Den Arbeitsweg bestreite ich immer mit der Bahn.

 

Was ist dein größtes persönliches Nachhaltigkeits-Projekt?

Im Moment versuche ich im Bereich Kosmetik umzusteigen, was aber gar nicht so einfach ist und mir auch immer schon am Schwersten gefallen ist.

Anstoß dazu hat mir der Shampoo-Test auf Fairnica gegeben. Ich habe vor Jahren auch mal das Alverde-Shampoo von dm ausprobiert, womit ich aber gar nicht klargekommen bin.

Irgendwie hatte sich das Thema dann für mich erledigt. Nach dem Test habe ich auch mal wieder den Versuch gewagt und bin nun bei Lavera hängen geblieben. Anscheinend hat sich in diesem Bereich auch Einiges getan und ich versuche nun nach Shampoo und Duschgel, auch Waschmittel etc. umzustellen. Habe aber noch nicht in jedem Bereich eine gute Alternative gefunden.

 

Kaufst du Second Hand?

Hab ich mal ausprobiert; auf der Plattform „Kleiderkreisel“. Leider aber etwas schwierig. Da alles online abläuft und man kein gesetzliches Rückgaberecht hat, habe ich auch ein paar Mal richtig danebengelegen und Kleidung gekauft, die mir nicht passte oder mir nicht mehr gefallen hat.

Wirklich tolle Second-Hand-Läden habe ich auch noch nicht entdeckt, weshalb das Thema momentan keine große Rolle bei mir einnimmt. Aber andersrum fange ich vermehrt an, eigene Kleidung auszusortieren und zu verkaufen bzw. zu spenden.

 

Hat Nachhaltigkeit schon in deiner Kindheit eine Rolle gespielt?

Definitiv ja. Besonders Tiere spielten dabei eine große Rolle. Meine Schwester und ich haben von klein auf gelernt, besonders vor Insekten o.ä. Tieren keine Angst oder Ekel zu haben. Jedes Tier, was sich ins Haus verirrte, wurde eingefangen und draußen wieder ausgesetzt. Wir hatten sogar eine Hausspinne, die den Namen „Anneliese“ trug. Sie wohnte in einem gebundenen Kranz, der bei uns im Flur hing. Durch sie waren wir im Sommer nahezu mückenfrei….Ganz schön verrückt, wenn man so darüber nachdenkt-….war aber so 🙂

Da mein Großonkel Schlachter war und einen eigenen Bauernhof hatte, haben wir unser Fleisch immer direkt vom Hof bekommen. Mehr Bio geht wohl nicht.

Außerdem kann ich mich erinnern, dass es bei uns grundsätzlich keinen Weichspüler gab und auch Alufolie oder ähnliches kaum zum Einsatz kam. Wenn wir Ausflüge gemacht haben, wurde grundsätzlich Verpflegung von zu Hause mitgenommen. Mc Donalds habe ich erst in meiner Jugend kennengelernt.

 

Vegetarisch oder Vegan?

Bisher vegetarisch. Vegan halte ich in der Umsetzung leider für mich noch für zu schwierig. Als ich vor ca. 6 Jahren anfing, mich vegetarisch zu ernähren, war es oft im Restaurant schon schwer genug, etwas vegetarisches zu finden. Das hat sich zwar in den letzten Jahren schon stark gebessert, aber da ist noch Luft nach oben. Oft empfinde ich es auch bei Einladungen schon als unangenehm, wenn extra für mich etwas Vegetarisches gekocht werden muss, oder ich mir mein Essen selbst mitbringen muss. Zurzeit würde ich mich als Teilzeit-Veganer beschreiben, der aber noch oft und gerne Ausnahmen macht…besonders wenn es um Käse geht. 🙂

Das Schöne ist, dass meine Eltern beide angefangen haben sich vegan (allerdings auch mit Ausnahmen) zu ernähren. Bei Familienfeiern kommt man da also nicht in Bedrängnis. Mittlerweile ist man bei uns als Fleischesser in der Unterzahl.

 

Was stört dich an Fair/Eco Fashion?

Für mich als 1,81 m-Frau ist es eh schon schwer genug, passende Klamotten zu finden. Dann noch fair bzw. eco zu sein, ist natürlich noch viel schwerer. Und eine Marke habe ich für mich da auch noch nicht gefunden, die zum Beispiel Hosen anbietet, die lang genug für mich sind. Ich würde mir also noch etwas mehr Auswahl wünschen…aber ich denke…das wird kommen.

 

Spendest du an irgendwelche Organisationen?

Als mein Mann und ich fest ins Berufsleben eingestiegen sind, haben wir uns überlegt, dass wir jetzt eigentlich auch nen bisschen was abzwacken können, um etwas Gutes zu tun.

Entschieden haben wir uns dann für Greenpeace; SOS-Kinderdörfer und Aktion Mensch. Somit sind quasi alle Bereiche berücksichtigt.

 

Welche Frage hättest du gerne beantwortet?

Interessieren würde mich auf jeden Fall die „Wie ernährst du deine Kinder“-Frage.

Ich habe zwar (noch) keine Kinder, frage mich aber trotzdem manchmal, wie ich das handhaben würde, wenn ich Kinder hätte.

Das fängt ja schon in der Schwangerschaft an. Ernähre ich mich dann trotzdem weiterhin vegetarisch und hinterher auch die Kinder? Oder sogar vegan?

Da wäre ich zurzeit noch ratlos.

 

Wie konsequent bist du? Verzicht oder Nachhaltige Produkte?

Ehrlich gesagt, wäre da durchaus noch Luft nach oben.

Ich versuche mich auf jeden Fall nachhaltig zu verhalten, gehe aber trotzdem den bequemen Weg dabei. Ich bin noch nie wirklich in die Situation gekommen, dass ich aus Nachhaltigkeitsgründen auf irgendwas bewusst verzichtet habe; außer vielleicht auf Fleisch. Ich fliege weiterhin in den Urlaub; auch Langstrecke. Und wenn mir etwas richtig gefällt, dann kaufe ich es, Produktionsbedingungen hin oder her.

Aber ich denke, dass das auch ein Problem ist, was das nachhaltige Verhalten so schwer macht. Sobald jemand erfährt, dass man z.B. aus Umweltschutzgründen keine Kaffee-to-go-Becher benutzt, wird direkt aufgezählt, was man dann sonst aber auch alles anders machen müsste…und wie inkonsequent man eigentlich ist. Das nervt mich sehr. In vielen Köpfen gibt es wohl nur 100% oder gar nichts. Viel besser wäre es doch, wenn jeder seinen kleinen Beitrag leisten würde, ohne sich dafür rechtsfertigen zu müssen, dass es auch Bereiche im Leben gibt, in denen man (noch) nicht nachhaltig agiert.

 

Was hältst du von Kleidung aus recyceltem Plastik?

Diese Frage finde ich toll. Denn das ist genau die Falle, in die ich auch immer wieder gerne tappe. Da sieht man ein Schild „ Kleidung aus recycelten Plastikflaschen“ und denkt sich direkt: „Klasse, das muss ich unterstützen“; kauft so ein Teil und hat das gute Gefühl etwas für die Umwelt getan zu haben.

Beschäftigt man sich dann näher mit dem Thema, stellt man fest, dass diese Anpreisung auch nur eine Masche ist, um dem größer werdenden Nachhaltigkeitsinteresse der Kunden gerecht zu werden.

Um das Plastik weiterverarbeiten zu können, bedarf es einer Menge Energie und Chemie. Zudem kann Plastik aus dem Meer giftige Schwermetalle enthalten, die man nicht wirklich gerne auf der Haut tragen möchte.

 

Vielen Dank, liebe Sarah, für deine ehrlichen Antworten. Habt ihr Fragen an Sarah? Dann schreibt sie einfach in die Kommentare. 

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