10 aus 50 mit Anja

Heute dürfen wir uns über die Fragen und Antworten von Anja freuen. Anja ist 41 Jahre alt, Lehrerin und „radverrückte Grasesserin mit neuentdeckter Liebe zum Landleben“. 🙂

Sie ist hier die erste Veganerin unter den Interviewten und hat sogar einen eigenen Blog zum Thema mit ganz vielen leckeren Rezepten und Produktvorschlägen. Kann ich euch sehr empfehlen. Vegan Kingdom findet ihr hier

Seit Anja aus dem Ruhrgebiet zum Bodensee gezogen ist, sehen wir uns leider nicht mehr so häufig. Zum Glück hält das aber heute nicht mehr davon ab sich weiter auszutauschen. Und so freue ich mich, dass Anja bei 10aus50 mitgemacht hat. Hier sind ihre Fragen und Antworten:


Wie ernährst du dich?

Ich ernähre mich seit über fünf Jahren vegan. Davor war ich etwa für ein Jahr Vegetarierin. In diesem Jahr hab ich mich ausführlich mit dem Thema Massentierhaltung beschäftigt und da war vegan zu werden nur der logische Schritt. Ich hab allerdings erst eine Testphase gemacht und ausprobiert, ob ich z.B. auf Milch verzichten kann. Denn erst groß verkünden, dass ich nun Veganerin bin und dann einen Rückzieher machen wegen „geht doch nicht“, wollte ich auch nicht.


Naturkosmetik – Ja oder Nein?

Ja! Spätestens seit ich über Microplastik gelesen und den Film „Plastic Planet“ gesehen habe, benutze ich fast ausschließlich Naturkosmetik oder zumindest Produkte, von denen ich weiß, dass sie ohne Microplastik sind. Ich befinde mich aber durchaus in manchen Bereichen noch in der Testphase. So hatte ich dann irgendwie doch noch normale Sonnencreme. In der ersten Schönwetterphase dieses Jahr hatte ich aber immer das Gefühl, dass ich mir damit regelrecht die Haut zukleister und hab sie dann doch mal entsorgt. Außerdem hab ich eine ziemlich empfindliche Gesichtshaut, da hab ich auch noch nicht die optimalen Produkte gefunden.

Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du etwas konventionell kaufst?

Ja, hab ich manchmal schon, aber andererseits sage ich mir dann, dass es immer noch besser ist, möglichst oft nachhaltig und bio zu kaufen, als es gar nicht erst zu versuchen. Das ist beim Vegansein ähnlich. Ich bemühe mich, so vegan wie möglich zu leben, bin mir aber bewusst, dass das nicht zu 100% möglich ist. Ich fände es ziemlich anstrengend, wenn ich bei diesen Themen total verbissen versuchen würde, alles perfekt zu machen, denn dann kann man das bestimmt nicht durchhalten.

Würdest du gerne auch beruflich etwas mit Nachhaltigkeit machen?

Ich würde zumindest meinen Schülerinnen und Schülern gerne die Wichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit besser und verständlicher näher bringen. Da die aber alle in der Pubertät stecken, ist es nicht so einfach, bei ihnen anzukommen, ohne nur als Moralapostel rüberzukommen, der irgendwas von Mülltrennung faselt. Sie wissen, dass ich vegan lebe und das ist zumindest oft ein Gesprächsanlass, weil Kinder und Jugendliche viel offener und echter interessiert nachfragen (und die berühmte Frage, wo ich denn bloß meine Nährstoffe herkrieg, nicht gestellt wird). Aber insgesamt wird dieses Thema in den Schulen zu wenig ernst genommen.

Und manchmal denk ich drüber nach, ob ich vielleicht zusätzlich noch was im Bereich Nachhaltigkeit arbeiten könnte…


Welche Milchalternative magst du am liebsten?

Eindeutig abhängig davon, für was ich sie benutzen möchte, aber eigentlich eindeutig Buchweizenmilch! Allerdings schmeckt mir Sojamilch am besten im Kaffee, das geht aber nur ab und zu, da ich Soja in Milch- oder Joghurtform leider schlecht vertrage. Ich hab eine absolute Lieblingsmarke, und zwar Hofgut Storzeln. Die haben Soja-, Hafer-, Dinkel- und eben Buchweizenmilch. Alle Sorten sind unglaublich lecker und in meinem Fall für mein Nachhaltigkeitsgewissen sehr gut, denn der Hof ist grad bei uns ums Eck und ich kenne den Besitzer persönlich.


Was magst oder magst du nicht an Fairnica?

Euch gelingt es bei Fairnica Themen anzusprechen und das Gewissen anzuregen, ohne dass es mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt. Es macht einfach Spaß eure Sachen zu lesen und trotzdem wird man zum Nachdenken angeregt. Außerdem hat mich eure Seite wieder selbst zum Bloggen zurückgebracht, auch wenn ich das nicht so regelmäßig schaffe wie ihr oder wie ich es gerne möchte.


Hast du schonmal verpackungsfrei eingekauft?

Ich find das eine super Sache und lese immer mal von verpackungsfreien Supermärkten. Allerdings dachte ich, dass meine Optionen hier auf dem Land eher schlecht wären. Um so größer meine Freude als ich auf Empfehlung einer Bekannten einen Hofladen getestet habe und dort eine Reihe von Produkten verpackungsfrei vorfand. Sie haben auch ein Pfandsystem mit Joghurtgläsern, falls man kein eigenes Gefäß dabei hat. Da kaufen wir jetzt häufiger ein. Und beim genaueren Drübernachdenken ist es ja auch gar nicht so erstaunlich, dass es ausgerechnet in Hofläden verpackungsfreie Produkte gibt…


Spendest du an irgendwelche Organisationen?

Wir unterstützen den Gnadenhof Hof Butenland und Spenden da als Paten für das Schwein Rosa Mariechen. Sie ist als Ferkel einfach auf den Müll geschmissen worden, konnte gerettet und wieder aufgepäppelt werden und führt jetzt ein sorgenfreies Leben auf dem Hof.


Woran denkst du beim Thema „Strom“?

Daran, dass ich immer noch mehr Strom sparen könnte, mein Gewissen aber trotzdem halbwegs rein ist, da wir unseren Strom von Greenpeace Energy beziehen.


Auto, Fahrrad oder Bahn?

Fahrrad!!! Seit wir vor drei Jahren aufs Land gezogen sind, fahre ich fast alle Wege mit dem Rad. Der einfache Weg zur Arbeit hat 5km, eine optimale Entfernung und den Buckel rauf geht’s erst auf dem Heimweg. Wir sind hier auf dem Dorf eine ziemliche Seltenheit damit, dass wir nur ein Auto besitzen, aber bisher klappt es, zumal ich auch im Winter radel. Nachdem ich im Ruhrgebiet quasi von September bis März dauererkältet war, hab ich hier schon ewig nichts gehabt. Von demher ist das Radfahren nicht nur nachhaltig, sondern auch noch gut fürs Immunsystem. Und ich bin auch noch auf den Geschmack gekommen und hab das Radfahren zu meinem neuen Sport gemacht (für’s Joggen fand ich es hier eh zu hügelig).

 

Vielen Dank, liebe Anja, für deinen Blick auf die Dinge. Behalte das Bloggen bei. Wir mögen die Anregungen, die wir von dir bekommen. 

 

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