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Wie Corona uns als Side-Business trifft

Man hört immer wieder, dass es die kleinen Unternehmen besonders hart trifft. Ich möchte euch gerne erzählen, wie es bei uns ist. Wir (d.h. ich und meine Mitgründer*innen), haben Fairnica neben unseren Hauptjobs gegründet. Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen haben wir alle Verpflichtungen (Kinder, Häuser, …), so dass wir nicht einfach alles hinschmeißen und all-in gehen können. Wir sind wahrscheinlich älter als die Durchschnittsgründer*innen und damit in einer anderen Lebenssituation. Zum anderen mögen wir aber auch unsere Hauptjobs und können uns davon nur schwer trennen. Es ist wahrscheinlich jedem klar, dass wir uns mit unserem Startup in gleich mehreren kleinen Nischen bewegen. Wir sind absolut davon überzeugt, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird, aber im Moment ist es eben noch so und wir wollten einfach auch nicht in die Lage kommen aus finanziellen Gründen nicht lang genug aushalten zu können. Das alles sind aus meiner Sicht gute Gründe, trotzdem erlebe ich es oft, dass ich als Gründerin nicht ernst genommen werde. „Wenn du wirklich daran glaubst,…“ oder „Wenn du das wirklich machen möchtest,…“ so fangen viele gut gemeinte Ratschläge an und ich kann auch nicht sagen, dass ich es gar nicht nachvollziehen kann. Trotzdem war ich immer davon überzeugt, dass es für uns der richtige Weg ist. Wir haben uns dafür entschieden doppelt hart zu arbeiten und Fairnica neben Familie und Beruf in unserer „Freizeit“ aufzubauen. Wir verzichten seit Jahren auf eine Entlohnung und reinvestieren jeden eingenommenen Euro.

Und nun stehen wir da, in einer Krise, die uns so plötzlich und unerwartet getroffen hat. Ich kann sagen, wären wir all-in gegangen, würde es Fairnica wahrscheinlich jetzt schon nicht mehr geben. Die Arbeit ist jetzt noch mehr geworden, denn haben sich bisher die Zeiten von Kita und Arbeit überschnitten, so müssen wir jetzt die Arbeit erledigen, wenn die Kinder vom Partner betreut werden können oder eben schlafen. Aber genau das war die Zeit, die für Fairnica geblockt war. Aber wir werden die Zeit finden, weil wir weiterhin an die Idee glauben. Finanziell können wir wenige Monate überbrücken. Wir haben unsere Fixkosten extra sehr gering gehalten und sind dafür einige persönliche Kompromisse eingegangen, aber jetzt wird es uns vermutlich retten.

Die aktuelle Situation zeigt mir, dass wir für uns den richtigen Weg gegangen sind und clevere Entscheidungen getroffen haben. Diese sind sicher nicht für jedes Unternehmen anwendbar, aber für unsere persönlichen Lebenssituationen eben genau richtig. Und die Moral von der Geschicht‘? Bauchgefühl schlägt alles!

Ich möchte euch auch von den Plänen erzählen, die wir für dieses Jahr hatten und die jetzt stark gefährdet sind. Wir wollten eine Kapsel mit Umstandsmode machen und mit einer tollen Influencerin zusammenarbeiten, die derzeit schwanger ist. Dieses Projekt mussten wir aufgrund der ausbleibenden Umsätze nun leider stoppen. Da die Influencerin schon bald entbindet, wird diese Kooperation wahrscheinlich nicht mehr stattfinden können. Eine Frühlingskapsel wird in den kommenden Wochen erscheinen, weil das Projekt schon so weit fortgeschritten ist, dass wir es nicht mehr stoppen wollen. Alle weiteren Kapseln sind leider erstmal auf Eis gelegt. Ein wichtiger nächster Schritt für uns wäre die Einstellung der ersten Mitarbeiterin gewesen, die für diesen Frühling geplant war. Leider wird auch das erstmal nicht möglich sein.

Wenn ihr uns darin unterstützen wollt die oben genannten Projekte weiterführen zu können, aber grad keine Kapsel braucht (verständlicherweise), könnt ihr Gutscheine erwerben oder einzelne Frühlingsteile in unserem Sale kaufen. Außerdem freuen wir uns über positive Google-Bewertungen, neue Newsletter-Abonnenten und Follower bei Facebook oder Instagram.

Bleibt bitte gesund und munter!

Eure Nicola